Finanzielle Unterstützung & Liquiditätssicherung

 

Die aktuelle Lage stellt aufgrund des unverschuldeten Umsatzrückgangs Unternehmen aller Größen vor die Herausforderung der Liquiditätssicherung. Um die hieraus resultierenden Finanznöte abzudämpfen, hat die Bundesregierung zur finanziellen Unterstützung ein extensives Maßnahmepaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus auf den Weg gebracht, welches ein „Milliarden-Schutzschild“ für Solo-Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler bis hin zu Großunternehmen darstellt.

Gerne beraten wir Sie und helfen Ihnen bei der Beantragung der für Sie notwendigen Unterstützungen.


Die hier vorgestellten Maßnahmen werden durch steuerliche Hilfsmaßnahmen und der vereinfachten Beantragung von Kurzarbeitergeld, sowie durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ergänzt. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den entsprechenden Beiträgen.

Auch in diesen Bereichen stehen wir Ihnen gerne helfend zur Seite.

 

Soforthilfen

(Stand 30.03.2020)

Für wen?

Für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler.

Voraussetzung für die Antragungsberechtigung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten infolge der Corona-Pandemie und ein daraus resultierender Schadenseintritt nach dem 11.03.2020 (Erklärung der aktuellen Lage als Pandemie durch die WHO).


Was beinhalten die Maßnahmen?

Durch die Soforthilfen in Form von Zuschüssen wird eine umfangreiche und rasche Unterstützung gewährleistet. Hierzu hat der Bund 50 Milliarden Euro bereitgestellt.

Die einmalig für drei Monate gewährten Zuschüsse für Betriebskosten müssen nicht zurückgewährt werden. Die maximale Höhe richtet sich dabei nach der Größe des Unternehmens.

  • Für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente): bis zu 9.000,00 €

  • Für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente): bis zu 15.000,00 €.

Für Selbstständige wird zudem der Zugang zur Grundsicherung erleichtert, um den Lebensunterhalt und den Verbleib in der eigenen Wohnung zu sichern. Hierzu wird die Vermögensprüfung für sechs Monate ausgesetzt.


Soforthilfemaßnahmen der Länder

Zusätzlich zu den Soforthilfemaßnahmen des Bundes haben einige Länder selbst Maßnahmen ergriffen, welche durch das Programm des Bundes ergänzt werden.

In Baden-Württemberg können diese von Selbstständigen, Freiberuflern oder Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben, seit dem 25.03.2020 beantragt werden. Die einmaligen Zuschüsse können hier bis zu 30.000,00 € betragen.

 

Wirtschaftsstabilisierungs-
fonds

(Stand 30.03.2020)

Für wen?

Insbesondere für große Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro bzw. mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse und mindestens 250 Arbeitnehmern.

Auch kleinere Unternehmen im Bereich kritischer Infrastrukturen und Sektoren können berücksichtigt werden.


Was beinhalten die Maßnahmen?

Der Schutzfonds ermöglicht großvolumige Stützungsmaßnahmen als Ergänzung zu den Liquiditätshilfen über KfW-Programme, um unverschuldete Liquiditätsengpässe und die Insolvenzgefahr zu minimieren.

Im Einzelnen sind drei Instrumente zur Durchsetzung vorgesehen:

  • Liquiditätsgarantien in Höhe von 400 Milliarden Euro, um eine Refinanzierung der Unternehmen am Kapitalmarkt zu ermöglichen und die Kreditvergabe von Finanzierungspartnern zu erleichtern.

  • Kreditermächtigung in Höhe von 100 Milliarden Euro für direkte Rekapitalisierungsmaßnahmen.

  • Kreditermächtigung in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Refinanzierung der KfW bei der Ausführung der ihr zugewiesenen Sonderprogramme.

 

KfW-Schnellkredite

(Stand 07.04.2020)

Am 06.04.2020 hat die Bundesregierung beschlossen, dass für mittelständische Unternehmen nun auch Schnellkredite eingeführt werden sollen, für die die Bank durch die KfW eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% erhält, welche durch eine Garantie des Bundes abgesichert ist.


Hierdurch können zeitaufwendige Kreditrisikoprüfungen durch die Bank vermieden werden, wodurch eine rasche Auszahlung des Kredits erreicht wird. 


Der Schnellkredit betrifft mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente), die zudem mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind. 


Maßgebend für die Gewährung ist der Umsatz aus dem Jahr 2019. So beträgt ein Kredit bis zu 3 Monatsumsätze aus dem Jahr 2019, ist jedoch für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten auf 500.000,00 € und für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten auf 800.000,00 € begrenzt.


Weiterhin müssen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie entstanden sein, was angenommen wird, wenn das Unternehmen zum 31.12.2019 noch keine Schwierigkeiten hatte und zu diesem Zeitpunkt noch geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen konnte. 


Die Laufzeit der Kredite beträgt 10 Jahre und der Zinssatz liegt bei 3%.

Der Start des KfW-Schnellkredits hängt noch von der Genehmigung durch die EU-Kommission ab. 

 

KfW-Kredite

(Stand 30.03.2020)

Für wen?

Für Solo-Selbstständige, kleine, mittelständische und große Unternehmen.


Was beinhalten die Maßnahmen?

Das KfW-Sonderprogramm gilt seit dem 23.03.2020 und gewährleistet dank einer Lockerung der Voraussetzungen für die Kreditbeantragung sowie Verbesserung der Konditionen eine schnelle und wirksame Hilfe.

Die Mindestanforderungen an die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens wurden reduziert und die Prozesse wurden vereinfacht, um eine zügige Auszahlung zu gewährleisten. Die KfW übernimmt eine umfangreiche Haftung für die Kredite (80 % bis 90 %), wofür der Bund garantiert.

Je nach Größe und Alter Ihres Unternehmens, stehen Ihnen durch diese Maßnahmen unterschiedliche Kredite zur Verfügung (Gründerkredit, Unternehmenskredit oder Kredit für Wachstum), bei denen jeweils der Kredithöchstbetrag deutlich angehoben wurde.

Die Beantragung der Kredite erfolgt grundsätzlich über die Hausbank Ihres Unternehmens. Auch hier können Sie sich gerne an uns wenden.

 

Ihr Ansprechpartner

Dr. jur. Erik Silcher

Inhaber der Kanzlei


Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

 

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